Mit der Post, per Mail, oder die Bewerbung persönlich abgeben? Wie Sie Ihre Bewerbung am besten einreichen, hängt von dem Unternehmen ab, in dem Sie sich bewerben wollen. Besonders wenn das Unternehmen Bewerbungen präferiert, die per Mail eingehen sollen, steht diese Information oftmals in der jeweiligen Stellenausschreibung.

Tipp: Wenn das Unternehmen explizit darum bittet, einen bestimmten Weg der Zustellung zu wählen, sollten Sie dies beherzigen.

Überlässt eine Firma hingegen Ihnen die Entscheidung, wie Sie Ihre Unterlagen einreichen möchten, steht es Ihnen genauso frei, dass Sie die Bewerbung persönlich abgeben.

Wenn sich das Unternehmen, unabhängig von dessen Größe,  in Ihrer Nähe befindet, gibt es keine Argumente gegen eine persönliche Abgabe Ihrer Bewerbung. Oft klingt es sogar viel einfacher, „mal eben“ zum Unternehmen nebenan zu gehen und „kurz“ eine Bewerbung abzugeben. Ansonsten müssten Sie sich um Umschläge und Briefmarken kümmern, Geld investieren und dann noch zur nächsten Poststelle gehen. Dennoch bringt der persönliche Weg zum Unternehmen die eine oder andere Schwierigkeit mit sich.

Was Sie beachten sollten beim Bewerbung persönlich abgeben:

Das persönliche Überbringen von Bewerbungsunterlagen ist so unüblich geworden, dass Sie damit auf jeden Fall Aufmerksamkeit wecken, zumindest beim Empfang. Aus diesem Grund sollten Sie besonders darauf achten, mit welchem Eindruck Sie in Erinnerung behalten werden wollen. Gleichwohl Sie nicht persönlich auf den zuständigen Personaler oder gar den potenziellen Chef treffen, legen Sie besonderen Wert auf Ihr Auftreten und Ihr Erscheinungsbild. In Jogginghose oder mit ungewaschenen Haaren sollten Sie definitiv nicht bei der Firma eintreffen. Jedoch kann auch ein edles Kostüm oder ein schicker Anzug ein wenig übertrieben sein. Passen Sie also am besten Ihr Styling an die Bedürfnisse des jeweiligen Arbeitgebers an.

Achten Sie jedoch stets darauf, dass Sie auch in Berufsfeldern, in denen Uniformen getragen werden oder auch gar kein Dresscode vorgegeben ist, nicht zu leger auftreten. So wirken Sie nicht nur auf die Mitarbeiter des Unternehmens vorbereitet und seriös, wenn Sie die Bewerbung persönlich abgeben. Sie fühlen sich auch in Ihrer eigenen Haut viel wohler.

Was auf Sie zukommen kann:

Bei vielen Großunternehmen kann es vorkommen, dass Sie vom Pförtner abgefangen werden. Wenn Sie bereits im Vorfeld wissen, dass die Firma, bei der Sie sich bewerben, einen solchen Wachschutz hat, können Sie sich den persönlichen Gang zum Unternehmen sparen, um Ihre Unterlagen einzureichen. Natürlich kann es Ihnen auch bei kleineren Firmen passieren, dass Ihre Bewerbungsmappe nur widerwillig entgegen genommen wird. Machen Sie sich allerdings in solchen Fällen keine Sorgen. Denn einen Nachteil oder Schaden werden Sie durch schlecht gelauntes Empfangspersonal nicht davon tragen.

Machen Sie das Beste draus:

Versuchen Sie ruhig, ein wenig keck oder gar ein kleines bisschen dreist zu sein: Vielleicht gelingt es Ihnen, Ihre Bewerbungsmappe dem Personaler, Fachvorgesetzten oder Chef persönlich in die Hand zu geben und ein paar Worte mit ihm zu wechseln. Sprechen Sie ein interessantes Thema an, Stellen Sie ein bis zwei kurze Fragen, die Ihr Interesse bekunden und antworten Sie kurz und knackig, wenn Sie eine Frage gestellt bekommen. Dann können Sie sicher sein, dass er sich an Sie erinnern wird. Somit schaffen Sie sich einen Riesenvorteil gegenüber allen Mitbewerbern!

Auch vom Unternehmen selbst bekommen Sie einen ersten Eindruck. Sehen Sie sich aufmerksam um, notieren Sie sich alle Informationen und Fragen, die Ihnen in den Sinn kommen. So wissen Sie besser, ob Sie in diesem Unternehmen tatsächlich arbeiten wollen und ob Sie sich in der neuen Atmosphäre wohlfühlen werden. Zudem können sich so Gespräche entwickeln, auf deren Inhalte Sie in späteren Telefonaten oder gar im Vorstellungsgespräch zurückgreifen können.

Tipp: Testen Sie den Weg zum Unternehmen zu den regulären Arbeitszeiten. So können Sie sich gut ein Bild davon machen wie viel Zeit Sie die Anfahrt kostet.

Das kann Sie hinterher davor bewahren, zu spät zum Vorstellungsgespräch zu kommen und Ihnen unter Umständen den heißbegehrten Job sichern.

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Lesen Sie hier, wie vollständige Bewerbungsunterlagen aufgebaut sind >>

Über den Autor

Stefan Gerth

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2 Kommentare

  • Hallo,

    Danke für diese ausführliche Erklärung. Wie sieht es denn bei der Nachfrage aus? Wenn man sich schriftlich beworben hat bzw. per Mail und ein bis Wochen darauf persönlich vorbei geht und sich nach dem Stand der Dinge erkundigt. Ist das ok, oder sollte man lieber anrufen?

    Danke

    • Hallo Catrin,

      prinzipiell gilt, dass zwischen 3 bis 6 Wochen Wartezeit für eine Rückmeldung seitens des Unternehmens normal sind. Dabei kommt es auch immer auf die Größe des Unternehmens an, sodass diese Angabe nicht pauschalisiert werden kann.
      Wenn du weder eine Eingangsbestätigung o. Ä. erhalten hast, solltest du dich also mindestens 3 Wochen mit einer Nachfrage gedulden.

      Zu dem Thema telefonische oder persönliche Nachfrage: Da sind sich die Experten selbst nicht einig. Während die einen sagen: Persönlich ist zu aufdringlich, rufen Sie lieber an. Erwiedern die anderen: Zeigen Sie Selbstbewusstsein und gehen Sie gerne auch persönlich bei einem Unternehmen vorbei.

      Wenn Sie sich unsicher sind: Rufen Sie lieber einmal kurz an und erkundigen Sie sich nach dem Stand der Dinge.

      Viel Erfolg bei Ihrer Bewerbung!
      VG,
      Bernadette