Das Jahr 2016 neigt sich dem Ende zu. Vieles hat sich verändert, einiges bleibt im kommenden Jahr und Neues kommt hinzu. Für einen erfolgreichen Start stellen wir Ihnen die wichtigsten Trends für die Bewerbung 2017 vor.

Trend mit Kreide an tafel geschrieben

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Die Online-Bewerbung 2017

Tinder für Jobs, per Swipe das passende Unternehmen finden hört sich einfach an, ist es auch. Mobile Recruiting nennt sich der Trend, der kommen wird. Klassische Bewerbungen in Papierform verdrängt er in Zukunft vielleicht gänzlich. Der Lebenslauf, importiert über professionelle soziale Netzwerke wie XING oder LinkedIn, reicht meist aus. Ein Anschreiben oder Motivationsschreiben sind überflüssig. Es werden Details zur Stellenausschreibung angezeigt so geht’s per One-Click-Bewerbung schnell zur neuen Stelle. Mithilfe eines Matching Algorithmus wird eine automatisierte Bewerberauswahl anhand zuvor eingegebener Vorgaben getroffen. Diese Methode ist schnell, aber ob sie genauso effizient ist, wie eine vollständige Bewerbungsmappe bleibt abzuwarten.

So weit, so gut, doch auch schriftliche Bewerbungen erreichen den Arbeitgeber im Jahr 2017 weiterhin per E-Mail oder über das Online-Formular. Ebenso bleiben der Bezug zum Unternehmen, Ausdruck des Interesses und der eigenen Persönlichkeit ein wichtiger Aspekt. Online-Formulare werden durch Bewerber jedoch als störend empfunden. Dort ist meist wenig Spielraum für Individualität vorhanden. Für Unternehmen ist Talent das Nummer 1 Kriterium, wenn es um die Auswahl des passenden Kandidaten geht. Aus den Angaben im Online-Formular wird dies für Unternehmen ersichtlich, ohne großartig in der Bewerbungsmappe zu blättern.

Active Sourcing und Social Media Recruiting

Nur wenige Unternehmen nutzen die Möglichkeit, potenzielle Kandidaten direkt bzw. aktiv anzusprechen. Aber rund die Hälfte der Bewerber wünscht sich, häufiger von Unternehmen angesprochen zu werden. Die Direktansprache der Kandidaten wird durch Unternehmen als sehr aufwendig erfahren, ist dennoch kostengünstiger als eine Ausschreibung der Stelle durch z.B. eine Stellenanzeige. Beim Active Sourcing geht der Arbeitgeber proaktiv auf den Kandidaten zu. Dies kann online über soziale Netzwerke oder über Suchmaschinen geschehen oder auch offline über den klassischen Schriftverkehr.

Social Media

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Deshalb wird es für Bewerber und Fachkräfte zunehmend wichtiger, professionell gestaltete Profile in Karrierenetzwerken wie XING oder LinkedIn aufzuweisen. Um das Potenzial und die Arbeitsleistung attraktiv auf dem Bewerbungsmarkt anbieten zu können, ist es wichtig, Onlineprofile entsprechend zu pflegen und auf dem aktuellsten Stand zu halten sowie sich dort mit aussagekräftigen Inhalten zu präsentieren. Für Unternehmen sind professionelle soziale Netzwerke unter den Top drei Quellen für hoch qualifizierte Mitarbeiter.

Unternehmen müssen besonders für die Generation Y auf verschiedenen Social-Media-Kanälen aktiv sein, da Bewerber vorab möglichst viel über das Unternehmen herausfinden möchten. Dazu nutzen sie am häufigsten Netzwerke wie XING, LinkedIn oder auch Facebook. Zudem denken Bewerber, dass Unternehmen von ihnen erwarten, dass sie sich über Social-Media-Kanäle über Themen bezüglich der Karriere informieren und nach passenden Stellenanzeigen suchen. Daher wird eine aktive, professionelle Onlinepräsenz von beiden Seiten im Jahr 2017 immer wichtiger werden.

In der Bewerbung 2017 durch Individualität von der Masse abheben

Dass Personaler keine Mustertexte lesen wollen und die Bewerbung immer individuell auf das Unternehmen und den Bewerber abgestimmt sein sollte, ist nichts Neues und wird auch im Jahr 2017 so bleiben. Je individueller und je kreativer, desto schneller fällt sie Personalern auf und erhält zudem mehr Beachtung. Dabei gibt es allerdings zwei wichtige Punkte zu beachten:

  • Das Design muss zu Ihnen passen und Ihre Persönlichkeit widerspiegeln. Sie müssen sich mit Ihrer Bewerbung identifizieren und wohlfühlen.
  • Wer erhält die Bewerbung? Bei kreativen Berufen darf es ruhig ein auffallenderes Design sein. Bei konservativen Berufen, wie etwa dem/der Bankkaufmann/-kauffrau, sollte das Design eher schlicht gehalten werden und nur einzelne (farbliche) Akzente enthalten.

Durch Gamification spielerisch zur neuen Stelle

Anforderungen und Fähigkeiten des Bewerbers werden gezielt durch Onlineapplikationen spielerisch miteinander abgeglichen. Durch das Self-Assessment bekommt der Kandidat vorab die Möglichkeit zu überprüfen, ob seine Fähigkeiten denen der ausgeschriebenen Stelle entsprechen und er mit seiner Einschätzung richtigliegt. Fraglich dabei bleibt allerdings, ob der Bewerber das Spiel selbst absolviert oder ob er jemand anderen damit beauftragt. Erst nach positiv beurteilter Bewerbung erhält der Kandidat Zugang zum E-Assessment. Dadurch können Unternehmen bereits vor der Einladung zum Vorstellungsgespräch eine Auswahl treffen und so Bewerberanzahl eingrenzen.

Personaler stehen diesem Trend jedoch skeptisch gegenüber, denn mit der Entwicklung eines Recrutainment-Spiels sind meist hohe Kosten verbunden. Besonders die Generation Y, für die das kurze Spiel auf dem Smartphone oder dem Laptop zum Alltag gehört, erwartet einen solch spielerischen Abgleich der Fähigkeiten und Anforderungen von Unternehmen. Vor Absendung der Bewerbungsunterlagen können Bewerber somit überprüfen, ob sie ihre Fähigkeiten falsch einschätzen und doch besser für einen anderen Bereich geeignet sind. Dies erspart Personalern im Jahr 2017 unnötige Bewerbungen und wird sicher in der Zukunft (noch) populärer werden.

Bereit für das Jahr 2017 und Ihre Bewerbung?

Das Jahr 2017 steht in den Startlöchern und wir werden Sie auch weiterhin begleiten. Viele weitere hilfreiche Tipps zur Bewerbung und Antworten auf deine Fragen erwarten Sie hier auch im neuen Jahr.

Wir wünschen allen Bewerben und Lesern viel Erfolg für das kommende Jahr 2017!

 

Über den Autor

Stefan Gerth

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