Ein individueller Lebenslauf wird eher selten der Bewerbung angefügt. Denn fast alle Ihre Mitbewerber haben einen Standardlebenslauf, den Sie jeder Bewerbung beilegen. Da alle Eventualitäten abgedeckt sein sollen, stehen darin zwangsläufig Dinge, die für die jeweilige Position völlig unwichtig sind. Je nach Umfang eines Lebenslaufs legt der Personaler ihn genervt beiseite, weil …

  • er sich fragt, warum Sie ausführlich über frühere Aufgaben berichten, die für die Stelle nicht die geringste Rolle spielen
  • er die für ihn wichtigen Informationen vor lauter unwichtigen gar nicht entdeckt oder zumindest länger braucht, um sie zu finden
  • Sie offenbar nicht in der Lage sind, sich auf die wichtigen Dinge zu konzentrieren
  • Sie auf die im Stellenangebot genannten Anforderungen nicht erkennbar eingehen und ihn offenbar nicht ernst nehmen.

Individueller Lebenslauf – So erstellen Sie ihn

Wenn Sie wirklich an einer Stelle interessiert sind, verwenden Sie eine halbe Stunde darauf, Ihren Lebenslauf entsprechend zuzuschneiden! Das tun Sie in drei Schritten:

  1. Lassen Sie alles Überflüssige weg
  2. Passen Sie die Beschreibungen Ihrer Tätigkeiten an
  3. Passen Sie die Gliederung an

Tipp: Erstellen Sie anhand dieser drei Schritte zumindest drei bis fünf verschiedene Versionen Ihres Lebenslaufs, mit unterschiedlichen Zielgruppen und Schwerpunkten.

1. Lassen Sie alles Überflüssige weg

Überprüfen Sie grundsätzlich alle Ihre Angaben im Hinblick auf das Stellenangebot. Interessiert es den Personaler wirklich, dass Sie

  • eine Diplomarbeit mit exotischem Thema und der Note 1,0 aufführen?
  • Ihre Tätigkeiten für eine frühere Position, auf die Sie sehr stolz sind, ausführlich beschreiben?
  • eine Weiterbildung zum Übungsleiter erwähnen?
  • all Ihre ehrenamtlichen Tätigkeiten bei der Caritas und im Tierschutzverein aufzählen?

Die Antwort lautet nur »Ja«, wenn Sie …

  • damit Bezug auf die Stellenausschreibung nehmen
  • davon ausgehen, dass dieser Punkt zu Ihrer Eignung beiträgt
  • zumindest überzeugt sind, dass es ein interessantes Licht auf Sie wirft und als Aufhänger beim Vorstellungsgespräch dienen könnte.

Im Zweifelsfalle lassen Sie es lieber weg – und lenken damit die Aufmerksamkeit auf die verbleibenden wesentlichen Informationen.

*****

Lesen Sie hier den Artikel „Für jede Bewerbung ein individueller Lebenslauf, Teil 2 >>

Lesen Sie hier, was alles in den Lebenslauf gehört und in welcher Reihenfolge >>

Lesen Sie hier alle Artikel zum Thema Lebenslauf >>

Über den Autor

Mandy

Mandy ist seit kurzer Zeit im Online-Marketing der webschmiede GmbH tätig.

Kommentar hinterlassen

*

3 Kommentare

  • Vielen Dank für Ihre Seite! Mit Ihren Tipps habe ich meine Unterlagen sehr verbessern können.
    Ich habe eine Frage zu diesem Artikel:
    „er sich fragt, warum Sie ausführlich über frühere Aufgaben berichten, die für die Stelle nicht die geringste Rolle spielen…“
    Ich habe bisher nur bei einer Firma gearbeitet, Ausbildung und danach Festanstellung. Meine aktuelle Aufgabe entspricht aber nicht meine Vorstellungen und den Jobs die mich interessieren. Soll ich da die Aufgaben trotzem nennen oder komplett weglassen, da sie nix mit der neuen Stelle zu tun haben? Und meine Erfahrungen aus Aus- und Fortbildung genauer beschreiben? Oder ein Vermerk, dass die Aufgaben nicht relevant sind…ich bin da sehr unsicher und verwirrt.
    Danke für Ihre Hilfe

    • Pauschal lässt sich Ihre Frage nicht erschöpfend beantworten. Versetzen Sie sich am besten in die Lage des Empfängers Ihrer Bewerbung: Warum sollte ihn das interessieren, was Sie schreiben? Das ist nicht abwertend gemeint, im Gegenteil! Überlegen Sie, was Sie mit Ihren bisherigen Aufgaben gelernt haben, über das rein Inhaltliche hinaus: Dinge wie z. B. Umgang mit Kunden, Sorgfalt oder Ausdauer.

      Schreiben Sie am besten erst mal alles auf, was Ihnen dazu einfällt. Und dann streichen Sie die unwichtigsten Dinge.

      Klar ist aber auch, dass Sie mit Erfahrungen bei nur einer Firma nicht unendlich viel Stoff für Ihre Bewerbung haben, Sie müssen sich also nichts aus den Fingern saugen.

      Beschäftigen Sie sich auch intensiv mit dem neuen Job: Was gefällt Ihnen daran besser, was genau wollen Sie erlernen, entwickeln, vertiefen, von der Theorie in die Praxis bringen … und warum? Zeigen Sie, dass Sie sich intensiv damit auseinandergesetzt haben, dass Sie nicht irgendeinen Job suchen, dass Sie klare Vorstellungen haben.