Wir ITler befinden uns in einer komfortablen Branche. Das Angebot an offenen Stellen ist größer als die Anzahl der IT-Kandidaten, die aktuell auf der Suche nach einem Job sind. Kurz zusammengefasst:

Der Markt ist mit dir!

Dennoch ist die Suche nach dem richtigen und glücklich machenden Job nicht einfach. Ein Bekannter von mir, ein sehr guter Softwarearchitekt, hat vor wenigen Wochen seinen Job gekündigt. Er war unzufrieden mit seinem Arbeitgeber. Die Politik und Abstimmungsprozesse in der Firma sind ihm auf Dauer ziemlich auf die Nerven gegangen. (Das kennen wohl viele von uns ;))

Er kündigte, ohne bereits einen neuen Job zu haben. Kein Problem dachte er (und ich auch). Schließlich ist die Auswahl an Jobs für gute IT-Leute groß. Dennoch hat er es innerhalb von drei Monaten nicht geschafft, einen passenden Job zu finden. Es gab viele Stellen. Jedoch eine passende Position, die er als Senior-Softwarearchitekt und Teamlead suchte, konnte er nicht finden.

Letztendlich hat er sich entschieden, zunächst als Freiberufler tätig zu werden. Über Job-Alerting Dienste wie Jobpushy.de behält er den Stellenmarkt nun im Auge, um seinen Glücksjob noch zu finden.

Welche Werkzeuge stehen uns zur Verfügung, um kurz- und mittelfristig einen neuen IT-Job zu finden?

Die Personalvermittler

Im “People-Geschäft”, gerade im IT-Bereich, tummeln sich viele Personaldienstleister. Da gibt es die großen Personalvermittler wie z.B. Computerfutures und Hays, die Großkunden mit Freiberuflern und Festanstellungen versorgen. Auch kleinere Personalagenturen, Consultingfirmen und Headhunter fallen in diese Kategorie.

Die Arbeitsweise dieser Dienstleister ist stets die gleiche: Ihre Kunden beauftragen sie mit der Besetzung einer offenen Vakanz. Die Personalvermittler suchen in ihrer eigenen Datenbank sowie in ihrem Netzwerk nach geeigneten Kandidaten und fragen deren Verfügbarkeit ab. Das sind die sogenannten Outbound Leads.

Auch Inbound Leads werden durch Schalten von Anzeigen auf diversen Job- und IT-Portalen generiert. Alle so gefundenen Kandidaten werden interviewt und falls es beidseitig passt, dem Kunden vorgeschlagen. Kommt es zu einer Anstellung bzw. Beauftragung erhält der Personalvermittler i.d.R. eine Provision von 10% bis 30% auf das Jahresgehalt bzw. die laufenden Tagessätze.

Aus Sicht von uns ITlern hat dieser Weg der Jobsuche durchaus seinen Reiz. Die Personalvermittler filtern für uns passende Jobangebote, informieren uns über den potenziellen Arbeitgeber und dessen offene Vakanz. Wir sparen uns hier die mühsame Suche in den Jobportalen und die erste Kontaktaufnahme. Insbesondere wenn ganz konkret und kurzfristig nach einer neuen Stelle gesucht wird, sind gute Personalvermittler zu empfehlen.

Falls Du jedoch nicht akut, sondern eher mittelfristig nach einem neuen Job suchst, können die Personalvermittler ein Störfaktor sein. Die ständigen Emails und Anrufe sind oft unpassend. Das fördert sicher nicht die Stimmung. Vor allem wenn ich sowieso schon latent unzufrieden in meinem aktuellen Job bin.

Ein weiterer Nachteil sind die recht hohen Kosten der Vermittler. Diese zahlen wir ITler zwar nicht aus eigener Tasche. Indirekt jedoch schon, da Vermittlungskosten wirtschaftlich betrachtet von unserem Gehalt bzw. Stundenlohn abgezogen werden.

Klassiker Stellenportale

Der Klassiker für die IT-Jobsuche sind die Online-Jobbörsen. Dinosaurier wie Stepstone und Monster fallen darunter. Aber auch vergleichsweise neue Stellenmärkte wie die Jobbörsen in den sozialen Netzwerken XING und Stackoverflow sind dieser Kategorie zugehörig. Ebenso spezialisierte Portale wie beispielsweise die Freiberufler-Portale freelance und freelancermap.

Auf diesen Portalen schalten die Kunden – analog zur Offline-Welt – ihre Stellenanzeigen. Je größer und reichweitenstärker das Portal ist, desto teurer die Anzeigenschaltung. Für die Veröffentlichung einer zu besetzenden Position über mehrere Wochen sind meist einige hundert Euro zu investieren.

Die meisten von uns IT-Helden hatten sicher schon Kontakt mit diesen Portalen. Wir nutzen die Suchfunktion, um gezielt nach aktuellen Jobs zu recherchieren. In den sozialen Netzwerken müssen wir meist gar nicht aktiv suchen, sondern bekommen scheinbar passende Jobs automatisch präsentiert.

Bei der aktiven Suche nach dem neuen Job sind die Stellenportale eine feste Säule. Der Erfolg hängt von der Qualität der Suche und Stellenbeschreibung ab. Diese Qualität unterscheidet sich stark zwischen den Portalen und führt sehr häufig zu Frust beim Betrachten der vorgeschlagenen Stellenausschreibungen.

Fleißige Jobroboter

Eine recht neue Gattung für die Suche nach der perfekten Stelle sind die sogenannten Jobrobots. Sie versuchen, die Arbeit der klassischen Personalvermittler zu automatisieren.

Hierzu werkelt eine – meist intelligente – Software im Hintergrund. Sie versucht die Qualifikation und Wünsche des ITlers möglichst gut zu erfassen. Auf der anderen Seite hat der Roboter eine große Menge an offenen Stellen im Blick. Durch moderne Such- und KI-Technologien wird der perfekte Match zwischen Kandidat und Stellenangeboten ermittelt. Meist arbeiten diese Systeme mit einem Feedbackmechanismus, vergleichbar mit der bekannten Flirting-App Tinder. “Via Knopfdruck” geben die Beteiligten Auskunft darüber, ob der Match passt. Dieses Feedback nimmt der Roboter auf und wird seine zukünftige Auswahl entsprechend verbessern.

Ein Jobroboter für IT-Leute findet sich beispielsweise bei unter https://www.jobpushy.de/. Der recht neue Service hat sich das Ziel gesetzt, uns IT-Menschen perfekt passende IT-Jobs zu finden. Er arbeitet nach dem oben dargestellten Mechanismus: Der IT-Mann bzw. die IT-Frau gibt in Stichworten persönliche Wünsche und Qualifikationen ein. Via Email bekommt der User eine Nachricht geschickt, sobald ein gut passender Job gefunden wurde (“Alerting”). Über das Ja/Nein-Feedback auf so einen Vorschlag, stellt sich der Jobpushy-Roboter immer mehr auf die Vorlieben der User ein.

Die Präferenzen des Jobsuchenden stehen somit stets im Fokus. Dazu gehört auch eine ganz besondere Vorliebe, die den meisten von uns ITlern wichtig ist: Die Anonymität und der Schutz der persönlichen Daten. Dies wird dadurch gesichert, dass eine Kontaktaufnahme mit dem Jobanbieter erst geschieht, nachdem der User dieses explizit gewünscht hat.

Es gibt weitere spannende Jobroboter mit anderen Ansätzen. Beispielsweise plant der Service source{d} den verfügbaren Source-Code von IT-Kandidaten zu analysieren. Dazu greift er auf öffentliche Repositories, wie z.B. Github, zu und erstellt anhand des Programmiercodes ein Entwicklerprofil, welches er auf offene Stellen matcht.

Einen anderen Weg geht das Startup Jobify. Es probiert relativ genaue Persönlichkeitsprofile von Jobsuchenden zu erstellen. Hierzu muss ein Fragebogen ausgefüllt werden, der in ähnlicher Form auch von den Jobanbietern bearbeitet werden muss. Der Algorithmus sucht auf dieser Basis automatisiert persönlich passende Stellen heraus.

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