Unsere Körpersprache im Vorstellungsgespräch verrät, wie wir uns fühlen. Ihre Qualifikationen in der Bewerbung haben den Personaler schon überzeugt. Durch Gestik und Mimik während des Vorstellungsgespräches können Sie sich die Chance auf den Job verbauen oder durch geschickten Einsatz von Körpersprache mit unseren Tipps der Karriere im Wunschunternehmen entgegenblicken.

Der erste (Ein)Druck

Allgemein gilt: Der Ranghöhere, in Ihrem Fall der Personaler, bietet die Hand an. Ein optimaler Händedruck sollte insgesamt nicht länger als 4 Sekunden dauern. Die Berührungsfläche sollte beim Händedruck so groß wie möglich sein. So signalisieren Sie Entschlossenheit und wirken freundlich. Nehmen Sie dabei den Ausdruck „jemandem die Hand schütteln“ nicht wörtlich! Die Bewegung sollte insgesamt flüssig sein, ausgiebiges hin- und her schütteln ist allenfalls peinlich. Erfahrene Personaler lesen bereits aus dem Händedruck des Bewerbers einige Charaktereigenschaften ab.

Wie sitzen?

Warten Sie, bis der Gesprächspartner Ihnen einen Platz anbietet. Beim Sitzen ist es wichtig, sich nicht auf die vordere Kante des Stuhls zu setzen und so dem Personaler direkt zu zeigen, wie nervös und unsicher Sie sind. Nutzen Sie möglichst die gesamte Sitzfläche. Zurücklehnen und die Hände hinter dem Rücken verschränken ist genauso unpassend, wie zusammengekauert mit verschränkten Armen zu sitzen. Eine aufrechte Körperhaltung und leichtes nach vorn Lehnen signalisieren Interesse und Aufmerksamkeit.

Wohin mit den Händen?

Die Hände sind bei vielen Bewerbern ein heikles Thema: Die einen fuchteln mit dem Kugelschreiber herum, die anderen spielen mit den Haaren. Die meisten Bewerber bemerken ihre Handbewegungen gar nicht bewusst – Personaler tun dies sehr wohl. Besser als die Arme und Hände einfach in den Schoß zu legen und so sehr passiv dazusitzen, sind ruhige Bewegungen. Sie können sich mit einem Stift ein paar Notizen machen oder mit langsamen Bewegungen gestikulieren, um Gesagtes zu betonen.

Was passiert im Gesicht?

Fehlender Blickkontakt gehört laut Personalern zu den häufigsten Fehlern bezogen auf die Körpersprache im Vorstellungsgespräch. Penetrantes Starren führt Sie jedoch nicht an Ihr Ziel. Wie eine ideale Blickführung funktioniert? Insbesondere wenn Sie von mehr als einer Person interviewt werden, bietet es sich an, die Blickrichtung häufiger zu wechseln. „Springen“ Sie aber keinesfalls ständig zwischen den Gesprächspartnern. Stattdessen sollten Sie Blickkontakt mit demjenigen halten, der zurzeit spricht und ab und zu zum anderen Gesprächspartner schauen, um auch ihn mit einzubeziehen.

Achten Sie neben Ihrer Gestik und Blickführung auch auf Ihren Gesichtsausdruck: Aufgrund der Aufregung sowie der vielen Kleinigkeiten, die Bewerber im Vorstellungsgespräch beachten müssen, vergessen sie das Selbstverständliche: Lächeln! Ein positiver Gesichtsausdruck zeigt, dass Sie das Gespräch nicht als unangenehmen Zwang sehen, sondern den Personaler gern von Ihrer Eignung überzeugen sowie seine Fragen beantworten.

Ein weiterer Tipp, wie Sie sich es bei Gestik und Mimik besonders leicht machen können: Spiegeln Sie einfach die Körpersprache Ihres Gesprächspartners, um Vertrauen und Sympathie herzustellen. Hinter dem sogenannten Chamäleon-Effekt steckt unser Bedürfnis nach Harmonie und Symmetrie. Gute Freunde oder verliebte Pärchen machen es vor. Wenn sich zwei Menschen sympathisch sind, synchronisieren Sie Ihre Gestik, Mimik sowie Ausdrucksweise gewissermaßen. Übertreiben Sie es jedoch nicht mit der Spiegeltechnik, da sich der Personaler sonst schnell nicht ernst genommen fühlen wird.

Wer seiner Karriere mit dem Bewerbungsgespräch den nötigen Schwung geben möchte, der sollte neben üblichen Regeln der Höflichkeit auch Gestik und Mimik beachten. Sie bestimmen letztlich über die Sympathiepunkte des Personalers und somit zu einem wesentlichen Teil über das Jobangebot im Unternehmen! Wir wünschen Ihnen dabei viel Erfolg!

Über den Autor

Stefan Gerth

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