Die Bitte um Vertraulichkeit ist heutzutage nicht mehr selten, da viele Bewerber sich in ungekündigten Beschäftigungsverhältnissen befinden, sich aber beruflichv verändern wollen. Sorgen Sie im Betreff und/oder am Schluss Ihres Anschreibens dafür, dass man diese Bitte nicht überliest.

Wollen Sie sich aus einem ungekündigten Arbeitsverhältnis heraus bewerben? Was, wenn Ihr jetziger Arbeitgeber von einem seiner Konkurrenten erfährt, dass Sie wechseln wollen? Könnte sein, dass er darüber erbost ist und Ihnen das Leben schwer macht. Vielleicht steigern Sie aber auch Ihren Marktwert, wenn sich plötzlich ein anderes Unternehmen für Sie interessiert, und Sie können bessere Konditionen herausschlagen.

Beispielformulierungen für die Bitte um Vertraulichkeit

Um ein unerwünschtes Bekanntwerden Ihres Vorhabens zu vermeiden, können Sie in einem letzten Abschnitt Ihres Anschreibens die Bitte um Vertraulichkeit Ihrer Bewerbung einbauen. Damit man das nicht überliest, setzen Sie es zum Beispiel mit in den Betreff Ihres Anschreibens oder Ihrer E-Mail:

»Bitte um Vertraulichkeit – Bewerbung um …«

Zusätzlich beenden Sie Ihr Anschreiben am besten in dieser Art:»Da ich mich in ungekündigter Stellung befinde, bitte ich Sie, diese Bewerbung vertraulich zu behandeln.«

Den jetzigen Arbeitgeber verschweigen

Wollen Sie auf keinen Fall riskieren, dass Ihre jetzige Firma erkannt wird, gehen Sie so vor: Kopieren Sie Ihr Zwischenzeugnis oder Ihre betriebliche Personalbeurteilung, machen Sie alle entsprechenden Angaben mit einem Korrekturroller unkenntlich und erstellen Sie vom Ergebnis eine saubere neue Kopie. Oder schicken Sie stattdessen eine selbst erstellte Tätigkeitsbeschreibung. Umschreiben Sie Ihren jetzigen Arbeitgeber in Anschreiben und Lebenslauf, etwa mit »großes Unternehmen der IT-Branche« oder »inhabergeführtes Unternehmen im Bausektor«.
Niemand kauft die Katze im Sack, daher werden Sie spätestens im Vorstellungsgespräch die Karten auf den Tisch legen müssen.

Falls wir Ihr Problem mit diesem Beitrag nicht lösen konnten, empfehlen wir Ihnen, sich an einen professionellen Bewerbungs-Dienstleister zu wenden.

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Über den Autor

Bernadette

Seit über zwei Jahren ergänzt Bernadette das Team der webschmiede GmbH im Bereich Online-Marketing. Dabei informiert sie sich über alle Neuigkeiten rund um das Thema Karriere und Bewerbung. Mittlerweile übernimmt sie nicht nur die redaktionelle Leitung unserer Blogs sowie die Kooperationsleitung. Sie kümmert sich ebenfalls um unsere Marketing-Neuzugänge und steht ihnen mit Rat und Tat zur Seite.

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7 Kommentare

  • Hallo Herr Bergfeld,

    ich beschäftige mich noch immer mit meiner Initiativbewerbung als Quereinsteiger.

    In meiner Einleitung im Anschreiben schreibe ich: Aus ungekündigter und unbefristeter Position möchte ich mich beruflich neu orientieren und weiterentwickeln.

    Den Namen von meinem aktuellen Arbeitgeber erwähne ich in meinen Unterlagen erst gar nicht. Wenn ich im persönlichen Gespräch danach gefragt werde, gebe ich sicher Auskunft.

    Ist es trotzdem ratsam um Vertraulichkeit zu bitten?

    VG Sara

    • Hallo Sara,

      das verstehe ich nicht: Warum befürchten Sie denn, dass jemand auf Ihren derzeitigen Arbeitgeber kommt?

      Etwas anderes: Ich hoffe, Sie begründen auch, warum Sie sich neu orientieren und weiterentwickeln wollen. Sonst denkt der neue Arbeitgeber: Naja, die haut dann eben irgendwann wieder ab, wenn sie keinen Bock mehr hat.

      Gruß
      Wolfgang Bergfeld

      • Hallo,

        die Welt ist eben klein… Eine Freundin von mir hat es schon mal erlebt.

        Das ich das „WARUM“ begründen soll verstehe ich auf der einen Seite, aber auf der anderen Seite stelle ich damit meinen aktuellen Arbeitsplatz negativ
        dar !
        Nicht um den „heißen Brei“ reden, sondern schreiben das mich meine momentane Tätigkeit überhaupt nicht ausfüllt, mir nicht anspruchsvoll genug ist usw….?

        Gruß
        Sara P. aus OL

        • Hallo Sara,

          verstehe. Dann bitten Sie ausdrücklich um Vertraulichkeit, siehe Sperrvermerk: Wie bitte ich um Vertraulichkeit?.

          Ihren aktuellen Arbeitsplatz sollten Sie nicht negativ darstellen. Auch dass Ihr Job Sie nicht ausfüllt und nicht anspruchsvoll genug ist, interessiert niemanden! Drehen Sie es ins Positive und gehen Sie auf die neue Tätigkeit ein, legen Sie dar, warum Sie sie wollen. Wobei dieser »Motivationsteil« kurz und knapp ausfallen darf. Denn in der Hauptsache interessiert: Sind Sie geeignet und gut genug für die neue Tätigkeit? Darauf sollten Sie den Fokus richten – aber nie behaupten, sondern immer »Beweise« aus Ihren bisherigen Ausbildungen und Tätigkeiten liefern. Nach dem Strickmuster: Dieses habe ich erfolgreich getan, daher traue ich mir zu/bin ich mir sicher, auch jenes zu Ihrer Zufriedenheit zu erledigen.

          Viel Erfolg!
          Wolfgang Bergfeld

          • Hallo Herr Bergfeld,

            vielen Dank für Ihre Antwort.

            So habe ich es noch gar nicht gesehen. Ich werde mich erneut an meine Unterlagen setzen…

            Gruß und schöne Ostern
            Sara P. aus OL

  • Hallo,
    kurze Frage: wenn man diesen Sperrvermerk in die Bewerbung reinschreibt und der „neue“ Arbeitgeber hält sich nicht dran, was dann? Ich arbeite bei einem Autozulieferer und in der Nähe ist eine Konkurrenzfirma die ähnliche Dinge produziert. Trotz Androhung betriebsbedingter Kündigungen haben die Mitarbeiter angst sich bei der Konkurrenz zu bewerben, da sich das Gerücht verbreitet hat, daß die Konkurrenz mit unserer Firma ein abkommen hätte, jeden ‚Bewerber in unserer Firma anzumelden, sozusagen zu verraten.
    Könnte es tatsächlich so ein Abkommen geben?
    Danke und Grüsse
    Markus

    • Hallo Markus,

      denkbar ist das natürlich, wenn auch ungewöhnlich. Tut mir leid, dazu kann ich nichts weiter sagen.

      Viele Grüße
      Wolfgang Bergfeld