Unsere Welt ist heutzutage so globalisiert wie nie zuvor. Das macht sich besonders in der Wirtschaft stark bemerkbar. Viele Unternehmen sind international ausgerichtet und haben teilweise Niederlassungen in ganz unterschiedlichen Ländern der Erde. Und auch wenn der weltweite Handel nicht unbedingt im Vordergrund steht, so kann es doch irgendwann mal vorkommen, dass Kunden oder Lieferanten aus den Teilen des Globus stammen, in denen Deutsch nicht die Landessprache ist. Genau in solchen Fällen ist es daher von Vorteil, wenn sich die eigenen Sprachkenntnisse nicht nur auf eine Sprache beschränken – Fremdsprachenkenntnisse lautet das Stichwort.

Sprachkenntnisse werden zunehmend wichtiger

Natürlich werden nicht in allen Branchen und Berufen gleichermaßen bestimmte Fremdsprachen verlangt oder benötigt. Wirft man jedoch einmal einen kurzen Blick in ein paar zufällig ausgewählte Stellenanzeigen, wird man schnell feststellen, dass zum Beispiel Englisch als Fremdsprache oftmals vorausgesetzt wird.

Im IT-Sektor haben sich sichere Englischkenntnisse sogar bereits zum festen Einstellungskriterium entwickelt. Aber auch in anderen Berufen, in denen viel kommuniziert wird, wie beispielsweise als Disponent in der Logistik, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass beizeiten eine Fremdsprache zur Verständigung zum Einsatz kommt.

Eine oder mehrere Fremdsprachen zu beherrschen, ist also heutzutage sehr wichtig. Gerade dann, wenn in Jobangeboten explizit bestimmte Sprachkenntnisse gefordert werden, sollten Sie diese in Ihrer Bewerbung angeben. Doch wie stellen Sie das am besten an? Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihre Sprachkenntnisse optimal in Ihren Lebenslauf einbinden.

Das Niveau muss mit – Einstufung der Sprachkompetenzen

Gehen wir einmal davon aus, Sie sprechen sowohl Englisch als auch Französisch als Fremdsprache. Im Lebenslauf geben Sie diese Fremdsprachen normalerweise unter einer eigenen Kategorie an, die Sie zum Beispiel ganz simpel „Sprachkenntnisse“ nennen können.

Wenn Sie dies im Lebenslauf angeben möchten, reicht es keinesfalls aus, lediglich den Namen der jeweiligen Sprache aufzuschreiben. Was den Personaler, der Ihre Bewerbung bearbeitet, nämlich am brennendsten interessiert, ist, wie gut Sie die beiden Sprachen beherrschen.

Grundsätzlich gibt es keine verbindlichen Richtlinien, die das Level der Sprachkenntnisse klassifizieren. Dies zeigt sich auch in den verschiedenen Abstufungen, die von manchen Bewerbungsratgebern gerne empfohlen werden. Nicht selten kommt es dabei zu größeren Unterschieden bei den einzelnen Formulierungen. Im Laufe der Zeit haben sich allerdings bestimmte Formulierungen herauskristallisiert. Eine mögliche Skala zur Beschreibung der Fremdsprachenkenntnisse könnte wie folgt aussehen:

  • Grundkenntnisse/Basiskenntnisse:
Die Grundkenntnisse einer Sprache besitzen Sie, wenn Sie über einen Grundwortschatz verfügen und in der Lage sind, einfache und kurze Gespräche auf Small-Talk-Niveau zu führen. Sie haben einen groben Überblick über die wichtigsten grammatikalischen Regeln.
  • Gut/konversationssicher:
Ihre Kenntnisse sind gut, wenn Sie sich in einem grundlegenden Rahmen verständlich machen können. Sie können an alltäglichen Unterhaltungen teilnehmen, sowohl aktiv als auch passiv – Sie sind also konversationssicher. Für tiefergehende Gespräche fehlt Ihnen aber noch die ein oder andere Vokabel.
  • Sehr gut/fließend:
Sprechen Sie eine Sprache fließend, können Sie mühelos flüssig und tiefergehend über die verschiedensten Themen aus unterschiedlichen Bereichen sprechen. Sie machen generell kaum noch Fehler und sind in der Lage, anspruchsvolle Texte zu lesen. Auch fremdsprachige Filme bereiten Ihnen keine Verständnisprobleme. Ihr Wortschatz ist sehr ausgeprägt und umfasst ebenso typische Redewendungen und umgangssprachliche Ausdrücke der Sprache.
  • Verhandlungssicher:
Eine Sprache verhandlungssicher zu beherrschen, ist sozusagen die Kür als Fremdsprachler. Ihre Kenntnisse sind so gut, dass Sie beinahe einem Muttersprachler Konkurrenz machen könnten. Daher sind Sie auch in der Lage, fehlerfrei Geschäftsverhandlungen zu führen. Sie weisen ein entsprechendes Fachvokabular und einen sehr komplexen Wortschatz vor, mit deren Hilfe Sie auf Feinheiten in der Sprache Ihres Gegenübers reagieren können. Auch in hitzigen Diskussionen können Sie problemlos verständlich Ihren Standpunkt formulieren.
  • Muttersprache:
Sie können eine Sprache noch so gut beherrschen – wenn Sie nicht mit ihr aufgewachsen sind, dürfen Sie diese auch nicht als Ihre Muttersprache bezeichnen.

Alle Formulierungen können um den Zusatz „in Wort und Schrift“ ergänzt werden.

Der Gemeinsame Europäische Referenzrahmen – für internationale Bewerbungen

Eine weitere Möglichkeit, die Sprachkenntnisse im Lebenslauf zu beschreiben, stellt der sogenannte Gemeinsame Europäische Referenzrahmen (GER) dar. Insbesondere, wenn Sie sich im Ausland bewerben möchten, bietet sich diese Option an, da sie sich im europäischen Raum mehr und mehr als Standard durchsetzt.

Der GER gliedert sich in mehrere Referenzniveaus, die wie folgt aussehen:

  • A1/A2: steht für Elementare Sprachverwendung
  • B1/B2: steht für Selbstständige Sprachverwendung
  • C1/C2: steht für Kompetente Sprachverwendung

Diese Bezeichnungen mögen auf den ersten Blick für den einen oder anderen nicht unbedingt verständlich klingen. Sie beschreiben aber prinzipiell die gleichen Sprachlevel wie die erste Unterteilung.

Im Klartext heißt das:

  • A1/A2 ist gleichzusetzen mit Grundkenntnissen/Basiskenntnissen
  • B1 ist gleichzusetzen mit guten Sprachkenntnissen
  • B2 ist gleichzusetzen mit sehr guten/fließenden Sprachkenntnissen
  • C1 ist gleichzusetzen mit verhandlungssicheren Sprachkenntnissen
  • C2 ist gleichzusetzen mit (nahezu) Muttersprachenniveau

Sprachkenntnisse im Lebenslauf nachweisen

Sprechen Sie eine Sprache fließend (zum Beispiel Englisch), ist das erst einmal positiv. Die Frage, die sich an dieser Stelle vermutlich nicht nur dem Personaler aufdrängt: Wie können Sie belegen, dass Sie die Sprache wirklich auf dem Niveau, das sie angegeben haben, beherrschen? Schließlich kann ja jeder behaupten, er oder sie könne perfekt Englisch sprechen. Tatsächlich ist das auch erst einmal so. Sie haben aber grundsätzlich zwei Varianten, mit denen Sie Ihre Sprachkenntnisse nachweisen können.

Eine Möglichkeit besteht darin, die Kenntnisse durch Zertifikate nachzuweisen. Dieser Weg ist sicherlich der einfachste, da Sie zur Erlangung eines solchen Sprachzertifikats in der Regel eine Prüfung ablegen müssen und Sie somit Ihre Sprachkompetenz offiziell belegen können. Die Bewertung erfolgt im Rahmen des GER und ist damit international anerkannt. Sind Sie bereits im Besitz eines Zertifikats, geben Sie es unbedingt im Lebenslauf an.

Bekannte Sprachzertifikate sind unter anderem:

  • TOEFL-Test (Englisch)
  • Cambridge Certificate (Englisch)
  • TCF/DELF/DALF (Französisch)
  • TELC (mehrere europäische Sprachen)

Wenn für Sie ein Sprachzertifikat nicht in Frage kommt, haben Sie noch die Möglichkeit, anzugeben, woher Sie Ihre Sprachkenntnisse haben. Das ist zwar kein beglaubigter Beleg, aber immer noch besser, als lediglich das jeweilige Niveau aufzuschreiben. Sie haben 8 Jahre Englisch in der Schule gehabt? Zudem ein Auslandsjahr in einem englischsprachigen Land verbracht und sprechen Englisch daher fließend (B2)? Dann geben Sie dies genauso an. Haben Sie in Ihrem bisherigen Job Geschäftsverhandlungen auf Englisch geführt (was einem Level von C1 entspräche)? Ab damit in den Lebenslauf.

Lieber etwas besser einstufen

Die Erfahrung hat gezeigt, dass viele Bewerber ihre Sprachkenntnisse tendenziell besser einstufen, als sie es eigentlich sind. Daher an dieser Stelle unser Rat: Verkaufen Sie sich nicht unter Wert! Besonders wenn Sie davon ausgehen können, dass Ihre Konkurrenten es auch nicht tun.

Natürlich möchten wir Sie nicht dazu verleiten, dass Sie bei Ihren Angaben im Lebenslauf lügen. Denn Ehrlichkeit ist bei einer Bewerbung immer noch das A und O. Daher können Sie Ihre Fremdsprachenkenntnisse zwar nach Möglichkeit etwas besser angeben, als sie es tatsächlich sind. Sie sollten sich dabei aber in einem Rahmen bewegen, der Ihre Fähigkeiten gewissermaßen widerspiegelt.

Spätestens wenn der Personaler im Vorstellungsgespräch plötzlich die Sprache wechselt, um zu testen, ob Ihr Englisch tatsächlich so verhandlungssicher ist, wie Sie behaupten, könnten Flunkereien und Übertreibungen sehr schnell sehr peinlich werden.

Tipp: Sie machen dem Personaler die Arbeit leichter, wenn Sie Ihre Sprachkenntnisse so genau wie möglich angeben. So kann er bereits auf den ersten Blick sehen, ob Sie die benötigten Anforderungen erfüllen.

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Fabi

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