Sie befinden sich auf der Zielgeraden Ihres Vorstellungsgespräches. Bis hierhin lief alles super: Sie konnten sämtliche Fragen zu Ihrer Person und Ihren Fähigkeiten optimal beantworten. Auch knifflige Situationen meisterten Sie mit Bravour. Die Chemie zwischen Ihnen und dem Personalverantwortlichen stimmt und Sie konnten zum einen feststellen, dass Sie sehr gut ins Unternehmen passen und zum anderen ganz subtil betonen, warum das Unternehmen gerade Sie einstellen sollte. Ein rundum perfektes Vorstellungsgespräch also.

Alles in bester Ordnung – oder?

„Da kann ja gar nichts mehr schiefgehen“, denken Sie jetzt vielleicht. Doch falsch gedacht! Auch bei der Verabschiedung können Sie als Bewerber noch in das eine oder andere Fettnäpfchen treten und so im schlimmsten Fall in Sekundenschnelle den mühsam aufgebauten positiven Eindruck wieder zunichte zu machen. Wie Sie sich am besten verhalten, damit genau das nicht passiert und wie Sie stattdessen den positiven Eindruck nochmals bekräftigen, lesen Sie hier.

1. Fragen stellen

Gegen Ende des Vorstellungsgesprächs wird der Personaler Sie fragen, ob Ihnen noch etwas unklar geblieben ist und ob Sie gerne noch etwas wissen möchten. Nutzen Sie diese Gelegenheit auf jeden Fall! An dieser Stelle können Sie beispielsweise nachfragen, mit welchen Kollegen Sie zusammenarbeiten werden oder wie Ihr Arbeitsplatz ausgestattet ist. Auf diese Weise demonstrieren Sie noch einmal Ihr ausdrückliches Interesse an der Stelle. Wichtig ist dabei nur, dass Sie keine Fragen stellen, die Sie im Vorhinein durch eine entsprechende Recherche selbst herausfinden können.

Ebenso sollten Sie sich bezüglich des weiteren Ablaufs des Bewerbungsverfahrens informieren – schließlich möchten Sie wissen, wann Sie mit einer Entscheidung rechnen können und was es gegebenenfalls noch zu beachten gibt. Wenn Sie nach dem Vorstellungsgespräch zuhause sitzen und nicht genau wissen, wie es weitergeht, ist diese Ungewissheit nicht nur für Sie ungünstig. Sie müssen zudem nochmals beim Unternehmen nachfragen, was Sie unorganisiert wirken lässt.

2. Den Personaler das Gespräch beenden lassen

Hier gilt genau wie bei der Begrüßung, dass der Personaler die Führung übernimmt. Denn Sie sind gewissermaßen sein Gast. Zu versuchen, das Gespräch selbst zu beenden oder gar darauf hinzuweisen, dass Ihre Zeit knapp bemessen ist und Sie nun losmüssen, ist nicht nur unangebracht, sondern auch sehr unhöflich. Planen Sie deshalb bereits im Vorfeld einen ausreichenden Zeitpuffer ein.

Ihr Gegenüber wird, wenn er es für angebracht hält, die Verabschiedung selbst einleiten. Häufig wird er dabei aufstehen, sich für das Gespräch bedanken und Sie zur Tür begleiten. Achtung: Machen Sie hier nicht den Fehler und strecken Ihrem Gesprächspartner die Hand entgegen. Genau wie beim Beginn des Vorstellungsgespräches obliegt es dem Personaler, dies als erstes zu tun. Halten Sie stattdessen Blickkontakt, einen angemessenen Abstand und erwidern die Geste mit einem festen Händedruck (bitte nicht übertreiben) und bedanken sich ebenfalls höflich für das Gespräch.

Tipp: Sprechen Sie Ihren Gesprächspartner dabei mit seinem Namen an. Warum? So verdeutlichen Sie, dass Sie während der Unterhaltung aufmerksam zugehört haben. Damit bekräftigen Sie noch einmal Ihr Interesse an der Stelle.

3. Haltung bewahren

Wenn der Personaler signalisiert, dass das Vorstellungsgespräch vorbei ist, dürfen Sie ruhig innerlich aufatmen. Lassen Sie sich jedoch nicht dazu verleiten, dies nach außen zu zeigen. Jegliche Gesten, die Ihre Erleichterung darüber zeigen, dass Sie das Gespräch hinter sich gebracht haben, sind deswegen tabu. Vermeiden Sie also lautes Ausatmen und sacken Sie nicht wie ein nasses Handtuch in sich zusammen.

Bewahren Sie Ihre Körperspannung stattdessen bis zum Schluss aufrecht – so, wie Sie es idealerweise das ganze Gespräch über getan haben. Ihre Körpersprache und Mimik sollten ein konsistentes Bild abgeben und Ihre positive Einstellung unterstreichen. Wenn der Personaler Sie zur Tür begleitet, gilt dies ebenso. Drehen Sie dabei Ihrem Gegenüber nicht den Rücken zu und gehen Sie selbstbewusst und aufrecht.

4. Den Weg zum Ausgang souverän meistern

Haben Sie die Räumlichkeiten verlassen, in denen das Vorstellungsgespräch stattfand, haben Sie es fast überstanden. In der Regel werden Sie bis zum Ausgang von einem Mitarbeiter begleitet. Das kann der Personaler selbst sein, muss es aber nicht zwingend. In jedem Fall wird es aber so sein, dass der Weg durch Small Talk gekennzeichnet ist. Sie sollten jetzt aber nicht denken, dass dies eine Einladung zum ausgelassenen Plaudern ist. Vielmehr sollten Sie auch hier durch Ihre professionelle und positive Einstellung glänzen.

Wenn der Personalverantwortliche Sie begleitet, wird er Sie etwas scheinbar Unverfängliches fragen, wie zum Beispiel, ob Sie noch eine lange Abreise vor sich haben und vielleicht eine Bemerkung über das schlechte Wetter tätigen. Was auf den ersten Blick harmlos erscheint, ist auf den zweiten Blick immer noch Teil des Vorstellungsgespräches. Antworten wie „Ja, zwei Stunden muss ich jetzt noch in diesem ätzenden und überfüllten Zug verbringen“ oder „Gott sei Dank habe ich meinen Schirm vergessen und darf jetzt die Strecke zum Bahnhof schön durch den Regen laufen“ sind zwar ehrlich, aber auch negativ.

Sie sollten sich eher auf die positiven Seiten konzentrieren und dem Personalverantwortlichen somit deutlich machen, dass Sie ein optimistisch denkender Mensch sind. In Ihrem Fall würde sich beispielsweise anbieten, auf den Wetterbericht, der die nächsten Tage Sonne verspricht, zu verweisen und die Vorteile einer Zugfahrt hervorzuheben. Keep it positive!

5. Überzeugen bis zum Schluss

Sie haben den Ausgang des Unternehmens erreicht und haben auf Ihrem Weg selbstverständlich alle Mitarbeiter gegrüßt, die Ihnen begegnet sind? Herzlichen Glückwunsch, Sie haben es geschafft! Das Vorstellungsgespräch ist nun offiziell vorbei. Jetzt haben Sie allen Grund, sich zu freuen (oder auch nicht, wenn das Gespräch nicht nach Ihren Vorstellungen verlaufen ist, was wir an dieser Stelle natürlich nicht hoffen).

Ein kleiner Hinweis noch: Gehen Sie auf Nummer sicher und warten Sie mit Ihren Freudensprüngen, bis Sie wirklich außer Sicht- und Hörweite sind. Man kann ja nie wissen, wer gerade zufällig noch aus dem Fenster schaut.

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Über den Autor

Stefan Gerth

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