Mit jeder Bewerbung die geschrieben wird, egal ob berufserfahren oder nicht, stellt sich die Frage: „Welche Zeugnisse muss ich den Anlagen meiner Bewerbungsmappe beilegen?“ 

Für unterschiedliche Zeugnisse gelten unterschiedliche Regeln. Lesen sie in den nächsten Abschnitten, wann Sie welche Zeugnisse beilegen müssen und was es jeweils zu beachten gibt.

  • Schulzeugnisse
  • Ausbildungszeugnis
  • Akademische Zeugnisse
  • Arbeitszeugnisse

TIPP Legen Sie nie Zeugnisse bei, die älter als zehn Jahre sind! Aktualität zahlt sich aus. Und außerdem, Sie haben sich in den letzten Jahren bestimmt verändert, oder? Ein so altes Zeugnis würde Ihre aktuellen Fähigkeiten doch gar nicht angemessen wiedergeben.


Sind Schulzeugnisse für Ihre Bewerbung noch relevant?

Schulzeugnisse sind für Ihre Bewerbung nur relevant, wenn sie nicht zu alt sind. Haben sie bereits etliche Jahre Berufserfahrung, sind Ihre Schulzeugnisse nicht mehr interessant.

Anders verhält es sich, wenn sie sich auf eine (duale) Ausbildung bewerben. Als Schüler legen Sie bei einer Bewerbung für eine Ausbildung am besten mindestens die letzten beiden Zeugnisse bei, die Sie erhalten haben. Dazu zählen auch Ihre Halbjahreszeugnisse, nicht nur das Zeugnis am Ende des Schuljahres. Halbjahreszeugnisse sind vor allem auch wegen der (unentschuldigten) Fehlstunden für Personaler interessant, um Rückschlüsse auf Ihre Arbeitstugend und Umgangsformen zu ziehen!

Ebenso dürfen Studenten, die sich auf ein Praktikum bewerben, ihre schulischen Zeugnisse beilegen.

Wenn Sie Berufseinsteiger sind und sich nach einer abgeschlossenen Ausbildung oder einem Studium auf einen Job bewerben (und noch keine Berufserfahrung haben), kann Ihr Schulzeugnis von Interesse sein. Legen Sie es lieber Ihren Bewerbungsunterlagen bei. Kein Personaler wird sich die Mühe machen Ihr Zeugnis nachzufordern, hätte er es gerne angesehen. Unvollständige Mappen werden einfach aussortiert.

Bewerbung mit abgeschlossener Ausbildung

Nach einer abgeschlossenen Ausbildung sind Sie möglicher Weise auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber. Wenn Sie Ihre Ausbildung angeben belegen Sie Ihre Qualifikation mit Ihrem Ausbildungszeugnis. Dabei müssen Sie alle Unterlagen, die Ihnen ihre Ausbildung bescheinigt beifügen. Das sind:

  1. das Ausbildungszeugnis des Betriebes
  2. das Prüfungszeugnis der IHK oder Handwerkskammer sowie
  3. das Abschlusszeugnis der Berufsschule.

Durch diese Zeugnisse erhält der Personaler Informationen über Ihre Leistung und Ihr Verhalten in Ihrem Ausbildungsbetrieb. Somit fällt ihm die Entscheidung, Sie als zukünftigen Mitarbeiter einzustellen leichter.

Welche akademischen Zeugnisse interessieren einen Arbeitgeber?

Während des Studiums
Bewerben Sie sich auf Praktika oder eine Werksstudentenstelle oder einen Nebenjob, bei dem ihre Leistungen relevant sind? Dann nehmen Sie Ihre Schulzeugnisse PLUS

  • eine aktuelle Notenübersicht, wenn Sie noch keinen Abschluss haben
  • Ihr Bachelorzeugnis, wenn die schon Masterstudent sind (und eine aktuelle Notenübersicht Ihrer Noten im Master)
  • ACHTUNG! Nicht bestandene Prüfungen dürfen sie verschweigen.

Nach dem Studium
Wollen sie sich auf einen Job bewerben? Dann sollten Sie auf jeden Fall Ihr höchstes akademisches Zeugnis beilegen. Manche Unternehmen fordern konstant hohe Leistungen und wollen zusätzlich das Bachelorzeugnis bzw. Vordiplom sehen. Wenn es nicht schon in der Stellenausschreibung für den Job verlangt war, kann es vorkommen, dass sie das Vordiplom/Bachelorzeugnis nachfordern. Ansonsten gilt:

  • Bachelorabschluss = Bachelorzeugnis
  • Masterabschluss = nur Masterzeugnis
  • Diplom = nur Diplom, nicht Vordiplom

TIPP Diese Dokumente sollten Ihrer Bewerbungsmappe standardmäßig folgende akademische Zeugnisse beilegen:

    • die Urkunde über den höchsten akademischen Grad
    • das zugehörige Prüfungszeugnis
    • Leistungsscheine über zusätzliche Lehrveranstaltungen
    • Zeugnisse für alle Praktika und Studienprojekte, die für die angestrebte Stelle wesentlich sind (für mehrmonatige Praktika sollten Sie qualifizierte Zeugnisse erhalten haben oder nun darum bitten.

Welche Arbeitszeugnisse sollten Sie beilegen?

Normalerweise reichen die letzten zwei oder drei Arbeitszeugnisse aus. Darüber hinaus sind nur solche interessant, mit denen Sie Ihre Eignung für die angestrebte Position belegen können.

Lassen Sie sich jedoch nicht verleiten, Ihre Arbeitszeugnisse nach Ihrem »Wert« zu sortieren. Der Versuch Ihre schlechten Zeugnisse zu verstecken funktioniert sowieso nicht. Halten Sie sich besser exakt an die Reihenfolge in Ihrem Lebenslauf – gewöhnlich wird also das neueste Zeugnis obenauf liegen, da es die höchste Relevanz hat.


TIPP für Ihre Arbeitszeugnisse:

  • Wenn Sie über mehrere besonders gute Arbeitszeugnisse verfügen, erstellen sie ein »Best Of!« indem Sie drei bis fünf besonders gute Beurteilungen aus den Zeugnissen auf einem Extrablatt zitieren. So erhält der Personaler eine schnelle Übersicht und sieht, dass mehrere ehemalige Arbeitgeber Ihre Leistungen hoch wertgeschätzt haben. Fügen Sie die zitierten Arbeitszeugnisse zusätzlich komplett bei!
  • Bei umfangreichen Bewerbungen kann ein Anlagenverzeichnis dem Personaler bei der Orientierung in Ihren Unterlagen unterstützen. Achten Sie aber darauf, dass Verzeichnis und die Anordnung Ihrer Unterlagen exakt übereinstimmen.
  • Haben Sie ein schlechtes Arbeitszeugnis? Sie können es am ehesten weglassen, wenn es für die angestrebte Stelle nicht relevant, oder schon relativ alt ist und neuere Arbeitszeugnisse vorliegen, die sie mitschicken können.

 

Über den Autor

Mara

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