Über den Zeugniscode hinaus gibt es einen sogenannten Geheimcode im Arbeitszeugnis. Da dieser verboten ist, wird er heute kaum noch benutzt; vielleicht betrifft der Code aber eines Ihrer älteren Arbeitszeugnisse. Beispiele für den Code sind »gesellig«für »trinkt gerne Alkohol« oder »kontaktfreudig« für »quatscht zu viel«. Mit viel Fantasie kann man sich so etwas noch zusammenreimen.

Aber wussten Sie, was »Für die Belange der Belegschaft bewies er immer umfassendes Einfühlungsvermögen« bedeutet? Darauf kann man kaum kommen, aber Experten für Interpretationen von Arbeitszeugnissen deuten dies als den Versuch, homosexuelle Kontakte im Kollegenkreis zu knüpfen – »Er stand stets voll hinter uns« hingegen steht für Alkoholabhängigkeit.

Arbeitszeugnis gezinkt mit verbotenen Geheimzeichen

Neben dem Geheimcode, findet man sehr selten ebenfalls Geheimzeichen, die dem Personaler verschiedene Signale geben können:

  • Zwei Punkte am Satzende können bedeuten: Hier gäbe es noch mehr zu sagen.
  • Eine Telefonnummer mit Durchwahl des Vorgesetzten, eventuell sogar unterstrichen, lädt zu Nachfragen ein.
  • Häkchen links und rechts zeigen die Parteizugehörigkeit an.
  • Hervorhebungen durch Kursivschrift, Frage-, Ausrufungs- und Anführungszeichen bringen zusätzliche Wertungen ins Spiel.
  • Mit »ausgerutschten« oder zu tief stehende Unterschriften distanziert sich der Unterschreibende vom Gesagten.

Weitere Geheimcodes im Arbeitszeugnis

Auch diese Formfehler bieten dem zukünftigen Chef Möglichkeiten, im Arbeitszeugnis mit dem Zaunpfahl zu winken:

  • ein einfaches weißes Blatt statt des üblichen Firmenbriefbogens
  • eine schlechte Kopie statt eines Originals (wenn auch ordnungsgemäß unterschrieben)
  • Handschrift anstelle von Maschinenschrift bzw. Computerausdruck
  • Unterschrift durch einen Mitarbeiter, der Ihnen gegenüber nicht weisungsbefugt war
  • Radierungen, Durchstreichungen, Ausbesserungen
  • Flecken
  • Grammatik- oder Rechtschreibfehler

All das kann versehentlich passieren, in seltenen Fällen aber auch dem Rachebedürfnis Ihres Arbeitgebers entspringen. Sie haben auf jeden Fall das Recht, Ungereimtheiten und Formfehler im Arbeitszeugnis vom Arbeitgeber korrigieren zu lassen, um über jeden Verdacht erhaben zu sein!


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