Die eigene Gehaltsvorstellung im Anschreiben zu nennen ist für jeden Bewerber ein spannendes Thema. Immerhin handelt es sich an dieser Stelle keinesfalls um eine der Standardfloskeln. Wenn der Arbeitgeber Sie in der Stellenausschreibung auffordert, eine Gehaltsvorstellung im Anschreiben anzugeben erwartet er eine Antwort. Ansonsten hat Ihre Bewerbung schon einen dicken Minuspunkt – und keine Chance, wenn ein ähnlich guter Bewerber eine akzeptable Gehaltsvorstellung genannt hat.

Tipp: Nur, wenn Sie im Stellenangebot eines Unternehmens dazu aufgefordert werden oder selbstbewusst verkünden möchten, in welcher Liga Sie spielen, sollten Sie eine Vorstellung über Ihr Gehalt im Bewerbungsschreiben nennen.

Welche Gehaltsvorstellung ist angemessen?

»Aber ich habe keine Gehaltsvorstellung und erst recht keine Ahnung, was in dem Job üblich ist«, hört man oft. In diesem Fall bleibt Ihnen leider nichts, als sich schlau zu machen und sich eine Vorstellung über den Job und ein angemessenes Gehalt zu bilden. Googeln Sie, rufen Sie bei der IHK bzw. Handwerkskammer oder einem Berufsverband an, dort erhalten Sie wichtige Informationen die Sie für Ihre Bewerbung verwenden können.

Gehaltsvorstellung im Anschreiben ohne Aufforderung nennen

Bewerben Sie sich in einem Bereich, in dem sehr unterschiedliche Gehälter gezahlt werden? Dann können Sie dem Arbeitgeber auch ohne Aufforderung eine Gehaltsvorstellung im Anschreiben nennen. So weiß das Unternehmen, in welcher Gehaltsliga (oder auch Qualitätsliga) Sie als Bewerber spielen und Sie verschwenden keine Zeit mit einem Vorstellungsgespräch, das an diesem Punkt scheitern würde.



Drei Tipps mit Gehaltsvorstellungen umzugehen

Um eine Angabe über Ihre Gehaltsvorstellung zu geben, haben Sie drei sinnvolle Möglichkeiten für Ihre Bewerbung:

Tipp 1: Enge Gehaltsspanne nennen

Ist Ihre Angabe zu niedrig, verkaufen Sie sich unter Wert und Ihre späteren Kollegen werden mehr verdienen – oder man traut Ihnen nichts zu und lädt Sie gar nicht erst zu einem Vorstellungsgespräch ein. Dasselbe könnte passieren, weil Sie dem Unternehmen von Vornherein als zu teuer erscheinen. Da das Gehalt immer auf Verhandlungsbasis beruht, sollten Sie zum einen signalisieren, dass Sie in einem gewissen Rahmen kompromissbereit sind, aber sich dabei über Ihren Marktwert bewusst zu sein. Erkundigen Sie sich (im Internet, beim Berufsverband, bei IHK/Handwerkskammer) nach dem üblichen Gehalt, damit Sie nicht völlig danebenliegen.

Tipp 2: Gar keine Gehaltsvorstellung nennen

Diese Möglichkeit sollten Sie nur wählen, wenn Sie Außergewöhnliches zu bieten haben und eine optimale Karriere vorweisen können. Andernfalls wird der Personaler, da Sie seinem Wunsch nicht nachkommen, Ihre Bewerbung gleich auf den Stapel »Reserve« legen.

Tipp 3: Noch keine Angabe zum Gehalt machen

Sie schreiben, dass Sie darüber erst sprechen möchten, wenn Sie sich ein genaueres Bild von den Aufgaben und Anforderungen machen können. Das wird nur dann akzeptiert werden, wenn tatsächlich viel von den näheren Umständen abhängt – ansonsten orientieren Sie sich an Punkt drei.

Tipp für Berufsanfänger: Hier geht es immer ums Bruttogehalt. Um herauszufinden, was vom Brutto netto dabei für Sie herausspringt, googeln Sie nach »Gehaltsrechner«.

Beispiele, wie Sie Ihre Gehaltsvorstellung im Anschreiben formulieren können erhalten Sie in dem Beitrag »Schlusssatz der Bewerbung – überzeugend bis zum Schluss?«. Alternativ haben Sie auch die Möglichkeit, sich bei einem professionellen Bewerbungsservice nach der für Sie optimalen Vorgehensweise zu erkundigen.

 

2 Kommentare

  • Wie sieht es aus wenn man noch nicht weis für wieviel Wochenstunden man dort arbeiten wird und ein Gehalt angeben soll?

    Meine Gehaltsvorstellungen für eine 20-30 Std Woche liegen bei xx Euro die Stunde Brutto.

    Geht so etwas anstelle eines Jahresgehaltes auch?